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Interview mit einer Softwareentwicklerin

Ein Interview in der Rubrik wie geht eigentlich IT

Frage: Hallo Anastasia, stell dich doch in ein paar kurzen Sätzen vor.

Antwort: Hey, ich heiße Anastasia Tschutschutkow, bin 26 Jahre alt und wohne in Kassel-Mitte. Ich mache gerne Sport, lese gerne Thriller und Bücher über Psychologie sowie IT-Blogs. Seit 3 Jahren bin ich ausgelernte Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung. Davor absolvierte ich eine schulische Ausbildung an einer Fachoberschule in der Richtung Wirtschaftsinformatik.

Frage: Wann hast du deine Ausbildung oder dein Studium begonnen und wie waren die ersten Tage?

Antwort: Meine Ausbildung habe ich im Sommer 2014 angefangen. Davor habe ich ein Semester Informatik studiert, jedoch wurde mir schnell klar, dass ich lieber eine Tätigkeit mit mehr Praxis machen möchte. Vor meiner Ausbildung habe ich ein 4-monatiges Praktikum bei der ECKD (EDV-Centrum für Kirche und Diakonie) GmbH gemacht. Dort konnte ich mich bereits mit der Organisation und dem Berufsbild auseinandersetzen und den Beruf kennenlernen.

Die ersten Tage im Unternehmen waren aufregend. Ich wurde schnell ins Team aufgenommen und angelernt. Ich habe die ersten Erfahrungen mit Commits, Pull-Requests, Sprints, Reviews und der Programmiersprache C# gemacht.

Frage: Wie bist du zu deinem Beruf gekommen? 

Antwort: Ich habe ziemlich früh einen Computer bekommen und mein Vater hat mich früh an Hardware rumbasteln lassen. Später habe ich (auch wenn das komisch klingt) ziemlich viel Sims gespielt und war fasziniert wie man sowas cooles entwickeln konnte. Ab dem Zeitpunkt habe ich mich für die Thematik interessiert und nach den ersten Programmiererfahrungen an der FOS, wusste ich, dass ich diesen Beruf ausüben möchte.

Frage: Was macht eigentlich ein/eine Software-Developer:in?   

Antwort: Als Softwareentwicklerin plane, konzeptioniere, implementiere und teste ich Anforderungen unserer Kunden, die durch unsere Fachabteilung an mich und das Team weitergegeben werden.

Frage: Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Antwort: Jeder Tag sieht anders aus und ist unterschiedlich mit Meetings gefüllt – jedoch fängt ein Tag im Büro (außerhalb von Corona) mit einem Müsli, von der Müsli-Bar, an – jap kein Kaffee, ich trinke seit gut einem Jahr keinen mehr (shame on me, i know ). Nebenbei prüfe ich meine Mails und Termine, auf die ich mich ggf. vorbereiten muss. Danach prüfe ich die Testspalte vom Sprint-Board. Sobald es dort nichts mehr zu testen gibt, setze ich mich an eine neue Aufgabe oder setze die Entwicklung meiner aktuellen Aufgabe fort.

Frage: In welcher Programmiersprache programmierst du und was für Software programmierst du?

Antwort: Ich liebe es im Backend zu programmieren und benutze dort C#, jedoch macht bei uns im Team jeder Front- und Backend, sodass ich auch im Frontend unterwegs bin. Dort arbeiten wir mit Angular.

Mit den Technologien entwickeln wir eine Meldewesensoftware mit der wir kommunale Daten für kirchliche Zwecke verarbeiten. Klingt auf den ersten Blick nicht so spannend aber es ist super interessant wie die kommunale Datenverarbeitung und wie die Kirche in Deutschland funktioniert und man merkt wie auch die Kirche sich immer mehr digitalisiert.

Neben dem Projekt arbeiten wir an einem Gemeindeplaner, der Pfarrer:innen und Gemeindemitarbeiter:innen bei der Gemeindearbeit unterstützen soll.

Frage: Bist du auch im Projektmanagement oder Projektgeschäft tätig?

Antwort: Nein, jedoch kriegt man einiges durch Vorgespräche und -planung mit.

Frage: Wie schätzt du die Wichtigkeit und Zukunftsfähigkeit deines Berufs ein?

Antwort: IT-ler:innnen sind in der Zukunft natürlich nicht mehr weg zu denken. So gut wie jeder Mensch auf der Welt hat Berührung mit IT – zu Hause, bei der Arbeit und im öffentlichen Leben. Einige IT-Berufe werden sich sicherlich verändern, weiterentwickeln und neue entstehen, jedoch wird es ziemlich sicher immer Entwickler geben. Ich bin schon sehr gespannt was sich in den nächsten 5,10 und 15 Jahren in der IT ändern wird.

Ich finde den Beruf eines Entwicklers sehr wichtig, besonders in Hinsicht auf schnellere Bürokratie, Verbesserungen in der Medizin sowie Automobilbranche in Kombination mit KI-Entwicklung.

 Frage: Was würdest du einem angehenden ITLer mit auf den Weg geben? 

Antwort: Als aller erstes: Mache Fehler, stehe dazu und wiederhole sie nicht! Nur wer Fehler macht, sammelt Erfahrung und lernt was dazu.  Fühle dich nicht schlecht dabei – die Fehlerkultur und Fehlertoleranz in Deutschland ist m.M.n. zu streng – anders wie in USA, da zählt der Versuch, in Deutschland das Ergebnis. So keep calm and make mistakes!

Die Technologien entwickeln sich stetig weiter, deswegen wirst du dich zwangsläufig in dem Beruf weiterbilden. Deswegen ist Spaß am Beruf und am Lernen selbst, in meinen Augen, sehr wichtig um motiviert zu bleiben. “Mache was du kannst und du bleibst wer du bist.” Das ist mein absoluter Lieblingsspruch, denn mit dem Mindset versuche ich mich immer weiter zu bilden und mich weiter zu entwickeln – im Berufsleben aber auch im Alltag.

Besuche Webmontage, IT-Treffs – dort triffst du Gleichgesinnte und lernst neue Technologien/Themen kennen.

Arbeite für Wissen und nicht für Geld – Wissen und Erfahrung ist das A und O in der Branche.

Vom Bücher lesen wirst du nicht programmieren können! Programmieren ist ein Handwerk und am besten lernst du es, wenn du programmierst – deswegen lesen und am besten sofort umsetzen.

Don’t Copy & Past: In der Ausbildung wirst du höchst wahrscheinlich an einem etablierten System arbeiten, in dem vieles schon existiert und erweitert wird oder im Internet sind schon die Codezeilen vorhanden. Um schneller zu lernen, empfehle ich alles selbst zu schreiben/abzutippen und nicht auf Autopilot zu kopieren.

Man kann nicht alles Wissen, besonders nicht am Anfang.  Frag nach, wenn du etwas nicht weißt oder einfach nicht auf die Lösung kommst (z.B. nach langem Googlen und ausprobieren)! Für viele Probleme gab es schon ähnliche Lösungen. Frag einen erfahrenen Teamkollegen. Man muss nicht jedes Rad neu erfinden – nur Mut.

 Frage: Was denkst du, welche Eigenschaften wichtig für das Berufsbild des/der Softwareentwicklers:in sind?

Antwort: Auf jeden Fall muss man Spaß am Lösen von Problemen haben und logisch denken können. Deswegen ist Spaß an Mathematik eine gute Voraussetzung. Dazu muss man etwas Kreativität mitbringen – besonders bei UI-Design oder Spieleentwicklung aber auch bei der Lösungssuche muss man gelegentlich kreativ werden und sich was einfallen lassen.

Teamwork halte ich ebenfalls für sehr wichtig – aber das unabhängig vom Berufsfeld!

Frage: Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Antwort: Ich habe einige Ideen für meine Zukunft. In der Corona-Zeit hatte ich ganz viel Zeit zum Nachdenken und es kommen jeden Tag Ideen dazu. Ich befinde mich aktuell in der Orientierungsphase was ich genau möchte. Ich werde es euch, hoffentlich, beim nächsten Interview erzählen können. Aber auf jeden Fall will ich in der IT-Branche bleiben!

Vielen Dank für deine Zeit liebe Anastasia.