wiegehteigentlichIT

Interview mit einem IT-Anwendungsberater

Ein Interview in der Rubrik wie geht eigentlich IT

Frage: Hallo Oleg, stell dich doch in ein paar kurzen Sätzen vor.

Antwort: Moin. Mein Name ist Oleg Tarancev, ich bin 31 Jahre alt und wohne in Kassel.

Frage: Hast du ursprünglich einen IT-Beruf erlernt? Was hast du für einen Beruf gelernt?

Antwort: Nein, ich habe keine klassische IT-Ausbildung. Ich bin gelernter Kaufmann, besser gesagt Kaufmann im Groß-und Außenhandel. Ich bin also Quereinsteiger.

Frage: Wie bist du in die IT und zum Beruf des SAP-Anwendungsberaters gekommen?
Antwort: Ich habe 2009 meine Ausbildung zum Kaufmann im Groß-und Außenhandel begonnen. In meinem ersten Ausbildungsjahr  hatte ich eigentlich so gut wie keinen Kontakt zum Warenwirtschaftssystem oder der Hardware, da ich primär in einer Niederlassung meines damaligen Arbeitgebers beschäftigt war und meine Haupttätigkeit darin bestand, Kundenbestellungen auszuliefern und abzuwickeln. Im zweiten Ausbildungsjahr sah dass schon etwas anders aus. Ich durfte in die Zentrale meines damaligen Arbeitgebers. Hier durchlief ich verschiedene Abteilungen, die ausschließlich mit dem Warenwirtschaftssystem SAP arbeiteten. Natürlich kam dann auch das arbeiten mit Office-Programmen hinzu. Aufgrund des Einsatzes in den  verschiedenen Abteilungen, die mit SAP ihre kaufmännischen Prozesse abbildeten, habe ich schnell alle wichtigen Kernprozesse im Bereich von SAP- MM (Material Management) und SD (Sales and Distribution) kennengelernt und angewendet.
Ab dem dritten Ausbildungsjahr war ich im Einkauf von Mineralöl-Produkten tätig und hatte bereits eine große Verantwortung für diesen Bereich, ich war sozusagen bereits als voll ausgelernte Person eingeplant.
Nach meiner Ausbildung durfte ich dann meine Tätigkeit als Controller ausführen. Hier habe ich noch tiefgründige Einblicke in die „SAP – Welt“ kennengelernt (Analysen, Auswertungen, Kaufmännische Bewertungen usw.)
Ja und mit diesem Schritt bzw. diesen Tätigkeiten hatte ich auf einmal auch ganz viel mit der IT-Abteilung zu tun, wo es um Projekte ging. Ich war sozusagen Keyuser und durfte neue Prozesse oder Korrekturen von vorne bis hinten testen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, sodass ich mich entschlossen habe, in eine andere Branche zu wechseln.
Seit gut 5 Jahren bin ich nun in der IT, genauer in der Anwendungsberatung tätig.
Frage: Was macht eigentlich ein SAP-Anwendungsberater?   
Antwort: In erster Linie berät und unterstützt dieses Berufsbild den Kunden, wenn es darum geht neue Prozesse oder Weiterentwicklungen im SAP Umfeld einzuführen oder zu realisieren.
Bei einem Projekt begleitet man den Kunden von der Planung bis zur Umsetzung, unabhängig von der Dauer des Projekts.
Ziel ist es, die IT-basierten Prozesse effektiver zu gestalten. Des Weiteren versucht man die bestehenden Anwendungen zu verbessern und zu vereinfachen oder betreut die Integration neuer Systeme (innerhalb der Anwendung).
Frage: Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Antwort: Mein Arbeitsalltag besteht aus Meetings mit den Kollegen, wo es darum geht kurz zu berichten, an welchen Themen bzw. Projekten man gerade dran ist.
Schwerpunkt ist dann auch die Begleitung und Durchführung laufender Projekte unter Beachtung und Einhaltung des Projektauftrags und die dazugehörige Planung (Zeit + Budget).
Des Weiteren unterstütze ich den Kunden bei Problemen im Tagesgeschäft.
Frage: Wie schätzt du die Wichtigkeit und Zukunftsfähigkeit deines Berufs ein?
Antwort: Wir alle wissen, dass die Digitalisierung heutzutage einen wesentlichen Bestandteil unseres Lebens ist. Immer mehr Prozesse und Abläufe werden digitalisiert und automatisiert. Die IT-Branche trägt einen großen Teil dazu bei. Ich denke dieser Trend wird sich noch stärker entwickeln, sodass die Berufe in der IT noch mehr an Bedeutung und Wichtigkeit in unserer Gesellschaft gewinnen.
Frage: Was würdest du einem Quereinsteiger mit auf den Weg geben?
Antwort: Ich würde sagen, dass Quereinsteiger in erster Linie frischen Wind und Neues Know-How reinbringen. Ich würde aber empfehlen dass man sich Fachwissen aneignet und eine gewisse Eigeninitiative mit sich bringt.
Frage: Was würdest du einem angehenden Auszubildenden mit auf den Weg geben?
Antwort: Learning by doing… diesen Satz habe ich in meinem Berufsweg häufig gehört.
Im Prinzip trifft es auch genau zu. Man lernt noch mehr wenn man die Sache selber macht.
Natürlich gehört auch in erster Linie das häufige Fragen, wie man etwas macht dazu.
Häufig sind es aber oft die schwierigen Dinge, die einen weiter bringen etwas zu schaffen.
Dazu gehört auch viel Mut und Selbstvertrauen/Selbstbewusstsein.
Frage: Du bist Anwendungsberater. Was denkst du welche Eigenschaften wichtig für das Berufsbild des Anwendungsberaters sind? 
Antwort: Eine wichtige Eigenschaft ist das freundliche und angemessene Auftreten gegenüber dem Kunden, egal ob persönlich oder telefonisch.
Ein gutes Zeitmanagement und Selbstorganisation sind ebenfalls wichtige Faktoren für das Projektgeschäft und damit die Haupttätigkeit des Beraters.
Frage: Welche Pläne hast du für die Zukunft?
Antwort: Ich möchte weiter meinen Beruf als Anwendungsberater ausüben, da mir die täglichen Aufgaben und Herausforderungen viel Spaß machen. Ich liebe es mit den Kunden und damit Faktor „Mensch” zusammen zu arbeiten, egal ob über Telefon oder persönlich.
Tja mehr habe ich zunächst nicht vor, die Zeit wird es zeigen und mit sich bringen.
Vielen Dank für das Interview und deine Zeit, lieber Oleg.


Netzwerke für Dummies

Price: 24,99 €

29 used & new available from 19,79 €